Schlemmeralarm! Das Leftover-Sandwich.

Effektives Zeitmanagement ist heutzutage ja das A und O, sagt man. Gesagt, getan. Ich warte gerade darauf, dass meine Schokoladen-Ganache für mein Osterprojekt verarbeitungsbereit wird und nutze die Gunst der Stunde, mich endlich mal wieder um einen neuen Blogeintrag zu kümmern. Das könnt ihr euch ungefähr so vorstellen: Mr. J. sitzt im Wohnzimmer und verprügelt den Joker und andere Bösewichte und genießt es in vollen Zügen, seine Erfolge mit “ ‚Cause I’m the goddamn Batman!“ zu kommentieren. Schmunzelnd sitze ich dabei in der Küche auf dem Fußboden, mit dem Rücken an die kuschelig-warme Heizung gelehnt und tippe vor mich hin.

Leftover-Sandwich

Vor ein paar Tagen hatten wir nicht mehr viel zu essen im Haus. Ein Mix aus Faulheit, angewandter Prokrastination und der immerwährende Schneefall da draußen vorm Fenster könnten möglicherweise dazu geführt haben, dass weder Mr.J. noch ich das Bedürfnis verspürten, einkaufen zu gehen. Das Studentenleben stattet einen ja nun doch mit gewissen Überlebenskünsten aus; die wohl brauchbarste davon ist die Kunst der Improvisation. Ein Blick in den Kühlschrank verhieß erstmal nichts Gutes: eine gegarte Hühnchenkeule, ein oder zwei Scheiben Kochschinken, eine handvoll Gemüse und Käse (eine Ecke Camembert und eine Scheibe Keineahnungwelchesortedasist). Im Eisfächlein (den Begriff ‚Eisfach‘ hat dieses Abteil im Kühlschrank einfach nicht verdient) ein paar Himbeeren, Chili, Spinat und zwei TK-Aufbackbrötchen. Im ersten Moment macht das nicht gerade den Eindruck, da etwas brauchbares für zwei Personen draus zaubern zu können. Faulheit macht erfinderisch, und ich machte mich ans Werk. Die Mission: Das Leftover-Sandwich.

Man nehme: Was da ist.

Also raus mit den Aufbackbrötchen aus dem Eisfächlein und ab damit in den Backofen. Natürlich geht auch jedes andere Brot. Die Hühnchenkeule, die Mr.J. so gerade mal als Appetithäppchen ansehen würde, wird auseinander gepflückt und in einer Pfanne mit etwas Knoblauch, Salz und Pfeffer erhitzt. Das Gemüse (in meinem Fall ein bisschen Paprika, Zucchini, zwei Champignons, Zwiebel) wird kleingeschnippelt und kommt mit in die Pfanne. Kräuter peppen ja alles auf, und deswegen ernete ich etwas Majoran und Rosmarin von der Fensterbank und plündere den Gewürzschrank. Da finde ich noch getrockneten Thymian und Paprikapulver. Alles mit in die Pfanne.

Gemüsepfanne mit Huhn

Derweil sind die Brötchen soweit aufgetaut, dass ich sie kurz aus dem Backofen nehme und der Länge nach aufschneide. Die zwei übrig gebliebenen Scheiben Kochschinken und zwei Scheiben von dem Camembert, der da  noch im Kühlschrank rumlungerte, werden auf den Brothälften verteilt. Kurzerhand krame ich alles aus dem Kühlschrank und den Küchenschränken, was als Sauce durchgehen könnte. Da ist Senf, Chilisauce, Majo, Ketchup, etwas Knoblauchsauce von der letzten Pizzabestellung,  und Barbecue-Sauce. Sollte reichen. Bevor ich das Brot wieder in den Ofen schiebe, kommt schnell noch ein wenig Senf auf den Schinken.

Lecker in Spe!

Die Hühnchen-Gemüse-Pfanne köchelt vor sich hin, und da ich gern mit Wein koche, kann ich ja auch ein bisschen opfern und mit dazu giessen. Während das Brot im Ofen schön kross wird und der Käse vor sich hin schmilzt, wird noch die eine Tomate und das letzte Stück Gurke aufgeschnitten und ein paar Salatblätter finde ich auch noch. Morgen müssen wir wirklich einkaufen gehen! Das Brot kommt aus dem Ofen, und jetzt wird getürmt! Auf dem Schinken verteile ich ein klein wenig von der Knoblauchsauce, darauf kommt dann der Pfanneninhalt. Die ein Scheibe Käse wird der Länge nach halbiert und auf dem warmen Genüse-Hähnchen-Mix verteilt. Als `Kleber´kommt etwas Majo auf die Gemüsepfanne, begleitet von ein bisschen Barbecue-Sauce. So ein Sandwich muss ja triefen vor Soße. Finde ich jedenfalls. Oder man hat was zum dippen. Da ich mir aber über die Dipbarkeit der Sandwich-Statik nicht so sicher bin, verteile ich die Saucen lieber direkt auf dem Sandwich. Obenauf jetzt die Salatblätter und die Tomatenscheiben. Und Ketchup. Da ich ja auch noch die Gurkenscheiben hier liegen habe, werden die auf den geschmolzenen Camembert gelegt.

Fast fertig!

Käsedeckel druff, feddich!

Leftover-Sandwich

Leftover-Sandwiches sind mit das Beste, was man aus Übrigbleibseln machen kann. Ein wahres Festessen. Ziemlich süffig, und möglicherweise eine totale Sauerei beim Essen, aber da helfen ja schon ein paar Tücher, und dann ist alles wieder gut. Und es lohnt sich! Probiert es mal aus. Und was macht ihr aus euren Übrigbleibseln?

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