Von Barbeque und Riesenpizzen: Man Vs. Food

Ich liege mit einem fiesen Husten im Bett; gerade genug um nicht den alltäglichen Beschäftigungen nachzugehen (säße ich in der Uni-Bibliothek, würde ich mich mit meinem Gehuste zum Bibliotheksfeind Nr. 1 erklären), zu wenig um mich wirklich krank zu fühlen. So habe ich wenigstens die Zeit, mich ausführlich einem neuen Artikel zu widmen, während Mr. J. fürsorglich in der Küche steht und mir zu heroischer Musik Mittagessen schnippelt. Es gibt Früchte mit Joghurt, Müsli und Nüssen. NOM!

Heute möchte ich eine neue Kategorie starten und euch den ersten Beitrag zum Thema Eat and Feast – Food im TV vorstellen. Und natürlich kann ich mich nicht zurückhalten, euch gleich als erstes mit einem meiner absoluten Favoriten bekannt zu machen.

Man vs. Food heisst die Reality-Sendung des amerikanischen Travel Channels, die inzwischen in der vierten Staffel ist. Adam Richman, Schauspieler und Gerne-Esser, besucht dabei zahlreiche Städte der USA um dort lokale Spezialitäten (und/oder, aus europäischer Sicht: Kuriositäten) zu kosten und sich sogenannten „Challenges“ zu stellen. Dabei geht es meistens darum, innerhalb eines vorgegebenen Zeitraumes möglichst viel oder möglichst scharf zu essen.

Man v. Food (season 1)

Der sympathische Adam Richman, geborener New Yorker, begann schon vor seinem Schauspiel-Studium an der Yale University’s School of Drama, verschiedenste Restaurants und Gerichte auszuprobieren und diese in einem Journal festzuhalten. Nach seinem Studium war er als Schauspieler in Theatern in den ganzen USA unterwegs uns arbeitete nebenbei in Restaurants. Sein Journal war bald eine wahre Schatztruhe der amerikanischen Küche und seine Erfahrungen machten ihn zum Gastgeber von Man Vs. Food.

Jede der 20-Minütigen Folgen ist einer Stadt gewidmet, in der Adam drei lokale Restaurants, Diner, Bars, Grills oder sonstige Anbieter leckerer Gerichte oder Desserts besucht. Dabei spricht er mit den Besitzern, Angestellten und Gästen und schaut dem Koch bei der Zubereitung über die Schulter. Manchmal darf er auch selbst mit anpacken, und vor allem: Probieren! Es ist eine wahre Freude, Adam dabei zuzusehen, wie er verschiedenste Gerichte kostet und man förmlich miterleben kann, wie er genießt, was er da isst. Wenn ihn seine Begeisterung völlig übermannt, umarmt er auch schonmal den Koch oder die Köchin,  die dann gerührt aus der Wäsche guckt. Das Highlight jeder Episode ist die Challenge, die einige Restaurant bereit halten, und  die von Adam gerne angenommen werden. Aus diesen Challenges ergibt sich auch der Titel der Sendung, denn hier tritt Man (der Mensch) gegen Food an, und wer den Kampf für sich entscheidet ist in den meisten Fällen völlig ungewiss.

Wall of Fame

Wall of Fame (Photo credit: quan ha)

Adam stellt sich dabei schwergewichtigen Burritos, Riesenpizzen und Monsterburgern, Eiskrembechern in Spülbeckengröße, superscharfem Sushi oder hunderten von Austern. Schafft Adam die Challenge, belohnen ihn die Restaurants mit einem T-Shirt, seinem Bild an der Wall of Fame, oder lebenslangem Status als Ehrengast.

Bei dieser Reise durch die USA bekommt man nicht nur einen Eindruck von der jeweiligen Stadt. Man sieht, wie dessen Geschichte und seine geographische Lage die lokale Küche beeinflussen und Spezialitäten hervorbringen, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Auch die Einflüsse der vielen verschiedenen eingewanderten Nationen kommen immer wieder vor, schließlich bilden sie einen wichtigen Teil amerikanischer Kultur. Gemeinsam mit Adam besuchen wir Sushi Bars, griechische und jüdische Küche, bekommen Appetit auf leckere Ramen-Suppe und und und. Ein Beispiel für die verschiedenen Einflüsse ist New Orleans, Louisiana, gelegen im Herzen der Südstaaten. Diese (für amerikanische Verhältnisse) recht alte Stadt hatte einen großen französischen Einfluss, was sich besonders in der Architektur der Stadt wiederspiegelt. Direkt am Golf gelegen, ist New Orleans bekannt für sein „Seafood“. In der ersten Staffel von Man Vs. Food stellt sich Adam einer 15-Dutzend-Austern Challenge, die er innerhalb einer Stunde vertilgen muss. 15 Dutzend entspricht ganzen 180 Austern. Adam entscheidet diese Challenge für sich, hat aber hinterher gewiss mehr Protein im Körper, als er gebrauchen kann. In der zweiten Staffel besucht Adam Philadelphia, Pennsylvania, wo er eine gigantische Version des national bekannten Phillie Cheese Steak Sandwiches  bezwingt und ein Eiscafe besucht, das sein Eis nicht nur selbst herstellt, sondern sich auch von der Einrichtung bis hin zum Schnurrbart der Besitzer ganz den 20er Jahren verschrieben hat. In Anchorage, Alaska, wird es regional-exotisch (exotisch für uns): Eines der besuchten Restaurants bietet einen Burger aus Karibu-Fleisch an. Wie das wohl schmeckt?

Mallie's 10 pound burger

Mallie’s 10 pound burger (Photo credit: TheGirlsNY)

Gleichzeitig wird man wieder aufmerksam auf Eigenschaften, die sich durch die gesamten USA ziehen: Man begegnet immer wieder Gerichten mit beinahe schon skurrilen Portionsgrössen, ungewohnten Nahrungsmittelkombinationen und einer unerschütterlichen Liebe zum Frittieren. Am besten noch alles zusammen. Sandwiches flimmern über die Tapete (ich verkünde hier mal ganz Stolz, dass wir einen eigenen Beamer besitzen), die gefüllt mit sind…eigentlich allem. Fries, Kartoffelecken, Maccharoni and Cheese, Frittierten Shrimps… you name it. Diese Momente sorgen dafür, dass man bei dieser Sendung ständig hin und her schwankt zwischen „Oh mein Gott, ich will es auch, am besten jetzt!“ und „What the Heck… was machen die mit dem armen Essen?!“ Aber das genau ist es, was die Sendung so spannend macht und die Diversität der amerikanischen Kultur gut zu vermitteln vermag.

Wer sich also für unterschiedlichste Küche interessiert und sich von Adam’s Enthusiasmus mitreißen lassen möchte, dem Empfehle ich Man Vs. Food wirklich. Bei uns läuft Man Vs. Food unter dem Titel „Verdammt Lecker: Nachschlag für Adam Richman“ auf DMAX. Ich bevorzuge das Original und besitze die ersten Drei Staffeln auf DVD. Noch was: bereitet euch darauf vor, dass diese Sendung einen gewissen Effekt haben kann, jedenfalls hat sie das auf mich: Neben der Hin- und Hergerissenheit zwischen Verlangen und Irritation versteht es diese Sendung, dass ich sofort wieder hungrig werde; auch dann, wenn mir im Grunde noch der Geschmack meiner letzten Mahlzeit auf der Zunge liegt und ich so gut gegessen habe, dass ich das Gefühl habe gleich platzen zu können. Die kulinarisch-kulturelle Reiseroute von Man Vs. Food ist inzwischen Teil meiner „100 Things List“, die meine nicht-beruflichen Lebensziele enthält.

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