Fruchtigster Nekatrinen-Streuselkuchen

Neulich hatte ich Obst übrig. Das Wetter war gut. Sonnig. Warm. In der Ferne zeichnete sich bereits ein herannahendes Geschwader unliebsamer Drosophila ab. Diesem alles verschlingendem Heer würde mein Obst sicher schnell zum Opfer fallen. Und die Haut meiner süßen Nektarinen war doch so zart und würde diesen geflügelten Vernichtungsmaschinen nicht lange stand halten können.  Ich musste schnell handeln. Ich nahm meine Nektarinen und brachte sie in die Küche….

Das Ende der Geschicht‘: ein ofenwarmer Streuselkuchen mit einer fruchtigen Füllung aus Nektarinen, Himbeeren und Erdbeeren. Sooooooo lecker, oben knackig, innen schön weich und… ja, fruchtig eben. Am besten passt dazu natürlich eine Kugel Vanilleeis. Oder auch zwei.

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Natürlich kann man die Beeren auch weglassen, aber ich hatte noch welche im Tiefkühlfach. Geschmacklich machen sie sich mit den Nektarinen auch super. Also immer rein damit. Mr.J. hat mir neulich vom Einkaufen eine Tüte TK-Erdbeeren mitgebracht. Ich bin nicht so der Fan von aufgetauten Erdbeeren, aber wenn man sie weiter verarbeitet schmecken sie doch ganz gut. Auch in so einem Streuselkuchen, denn die leichte Erdbeer-Note verleiht dem ganzen nochmal einen gewissen Dreh. Finde ich jedenfalls. Ich habe die Früchte vor dem Backen gezuckert und schließlich den austretenden Saft abgegossen. Ansonsten läuft man Gefahr, dass einem der Kuchen einfach so durchsüppt. Ist mir schon passiert, was darin endete dass ich einen großen Teig-Frucht-Fladen hatte, den man nur noch von einem Brett essen konnte. Nicht, dass er nicht super geschmeckt hätte, aber ein Kuchen wars nicht mehr. Wenn man den ganzen Saft trotzdem mit dabei haben möchte, würde ich aus dem Streuselkuchen einen Crumble machen und das ganze einfach in einer Auflaufform backen.

Der Kuchen ist schnell gemacht, vor allem weil der Teig für den Boden wie für die Streusel derselbe ist. Es muss ja nicht immer kompliziert sein. Und weil ich ja gern mit dem backe was gerade da ist, und weil es sich geschmacklich ganz gut ergänzt habe ich noch einen großen Löffel Erdnussbutter mit in den Teig gerührt. Die nimmt nämlich wieder etwas von der Süße und verleiht eine hearty Note ohne dabei wirklich erdnussig zu schmecken.

Das Rezept ergibt einen schnuckeligen kleinen Kuchen, es reicht nämlich genau für eine 20 cm Springform. Unter einer Tortenglocke können die blöden Drosophila auch nur von dem leckeren Kuchen träumen. So!

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Das brauchts für einen Nektarinen-Streuselkuchen

4 Nektarinen
1 Handvoll (TK) Erdbeeren
1 Handvoll (TK) Himbeeren
1 Bio-Zitrone
150 g Mehl
100 g Rohrzucker
100g kalte Butter + etwas zum einfetten
1 gehäuften EL Erdnussbutter
5 g Vanille (Mark o. Aroma)

So wirds gemacht

  1. Die Nektarinen in Spalten schneiden. Die (noch tiefgekühlten) Erdbeeren (je nach Größe und Belieben) halbieren bzw. vierteln. Zusammen mit den Himbeeren in eins Schüssel geben und mit 2 EL Zucker vermengen und beiseite stellen.
  2. Eine 20 cm Springform mit Backpapier auslegen, den Rand fetten. Den Backofen auf 180°C vorheizen. Das Mehl sieben.
  3. Die Schale der Zitrone abreiben. Zusammen mit Mehl, Zucker, Butter, Vanille und Erdnussbutter in eine Schüssel geben und mit dem Knethaken des Rührgerätes kurz miteinander vermengen. Anschließend auf der Arbeitsfläche zu einem homogenen Teig verarbeiten. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und für ca. 30-45 min. im Kühlschrank ruhen lassen.
  4. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen. 2/3 davon vorsichtig ausrollen und in den Boden der Springform drücken, so dass er etwa 2-3 cm am Rand hoch steht. Mit einer Gabel mehrmals in den Teig stechen und anschließend für 5-7 Minuten im Ofen vorbacken.
  5. Die Früchte in ein Sieb geben und den Saft abseihen. Anschließend auf dem vorgebackenem Kuchenboden verteilen. Den Rest des Teiges in Flocken lose über die Früchte verteilen. Für weitere 45 Minuten backen.
  6. Den Kuchen in der Springform aus dem Ofen nehmen und für ca. 15 Minuten abkühlen lassen. Erst dann aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen oder noch warm servieren.

Mr.J. ist eigentlich nicht so der Fruchtige. Obst isst er nur wenn man (oder frau) es ihm fertig geschnitten hinstellt oder sonstwie unterjubelt. Aber auch dann mit höchstens mäßiger Begeisterung. Ich darf also an dieser Stelle mit Stolz verkünden, dass Mr.J. diese Obstvariante dann doch mochte, besonders warm aus dem Ofen. Zu seinem Bedauern hatte ich grad kein Vanilleeis da. Nunja. Er hats auch ohne gegessen und sich dann Nachschlag geholt. Na dann: Lasst’s euch schmecken!

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10 Gedanken zu „Fruchtigster Nekatrinen-Streuselkuchen

  1. Oh ich muss sagen, dieser Streuselkuchen sieht himmlich aus und hört sich einfach an. Den muss ich wohl mal ausprobieren, vor allem wo auf meiner Fensterbank noch ein paar leckere Reife Nektarinen liegen…
    Und bei der kleinen Springform kann ich diesen Kuchen ja fast alleine essen, wenn meine bessere Hälfte sich dafür (sehr wahrscheinlich) nicht begeistern lässt.
    Liebe Grüße

  2. Und ich dachte, die Drosophilas wären gerade alle bei mir! Ich schnipple mein zu rettendes Obst gerade immer in zimtigen Joghurt-Quark. Werde sehr gerne deine Obst-Rettung ausprobieren! Die Idee mit der Erdnussbutter im Teig finde ich prima!
    LG
    Silke

    • …sie sind ÜBERALL! Allerdings habe ich erfolgreich Maßnahmen zur Populationsminimierung implementieren können: Project Sweet Death. Einfach eine Schale mit Wasser, Spüli und Balsamico-Essig aufstellen und alles ist gut. 😀
      Vom Backen hält mich das natürlich nicht ab… gerade hab ich einen Schokoladen-Ananas-Kuchen im Ofen. Rezept gibts bald.

      Grüße,

      Anna

  3. Pingback: Today is the day…ihr folgt mir durch den Abend ! | Eddchen's Life unplugged

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