Das Naschwerk – Bremens süßeste Versuchung?

Wie lange habe ich darauf gewartet? Als Cupcakefee kenne ich die bisher recht spärlich verteilten Anlaufstellen für Cupcakes in Bremen, und mein süßen Dingen verfallenes Herz schlug einen euphorischen Purzelbaum, als ich zufällig über Facebook auf die Seite des Naschwerks stolperte.

Das Wappen der Hansestadt Bremen

Aber erstmal einen Schritt zurück: Ja, in Bremen sind Cupcakes tatsächlich spärlich gesät. Vielleicht liegt es daran, dass wir Bremer eher mit hanseatischer Zurückhaltung auf Unbekanntes reagieren. Vielleicht liegt es auch daran, dass das Bewusstsein über die Existenz von Cupcakes nur sehr langsam über die Generation 2 Broke Girls hinaus wächst. Oder beides. Wie dem auch sei, in Bremen muss man ziemlich genau wissen, wo man hin muss, wenn man  nicht selbst den Mixer schwingen will. Kurz genannt sei hier die Erotic Kartoffel in der Innenstadt, die immer ein oder zwei Sorten als Dessert anbietet. Oder ein kleiner Stand auf dem Grünmarkt auf dem Domshof. Da hört es aber auch schon fast wieder auf. Einen „richtigen“ Cupcakeshop gab es also noch nicht (eine, leider temporäre, Ausnahme war Jake Loves Cake).

Umso größer war also meine Freude über die Existenz des Naschwerks. Und über die Hoffnung, dass ich nun nicht mehr warten muss, bis ich mal wieder eine andere Großstadt besuche die mit einem Cupcakeladen aufwarten kann. Grund für ein begeistertes „YAY“ meinerseits.

Das Naschwerk Bremen ist ein kleines Start-Up unternehmen, dass seit Ende 2012 seine Cupcakes an den Bremer (und natürlich die Bremerin) bringt. Das Unternehmen hat einen kleinen Stand im Einkaufszentrum „Berliner Freiheit“ in der Vahr, wo neben einer Auswahl Cupcakes auch Cakepops feilgeboten werden. Das feste Sortiment umfasst fruchtige Cupcakes wie Erdbeere, Himbeere oder Orange, sowie verschiedene Schoko-basierte Cupcakes. Zudem gibt es wöchentlich wechselnde Angebote.

Der Stand in der Berliner Freiheit entspricht dem eines Start-Up Unternehmens. Viel Geld wurde nicht investiert, ein bunter, „professioneller“ Stand mit teurer gedruckten Layout-Bannern ist es nicht. Ist aber auch nicht schlimm, schließlich ist es sinnvoll, bei einem jungen Unternehmen nicht-überlebensnotwendige Investitionen hinten anzustellen. Dafür Daumen hoch! Präsentiert werden die Cupcakes in eckigen Glasvitrinen und auf kleinen Cupcake-Ständern.

Möchte man die Cupcakes vor Ort essen, muss man sich eine der Sitzgelegenheiten in der Berliner Freiheit suchen, denn eigene Stühle oder Tische hat das Naschwerk nicht. Mitnehmen kann man sie natürlich auch. Auch auf die „typische“ Cupcake-Verpackung wurde verzichtet, stattdessen bekommt man Alu-Schälchen mit Deckel. Erfüllt auch seinen Zweck, und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie teuer einem dieses Verpackungsmaterial zu stehen kommen kann.

Bei den Cupcakes setzt das Naschwerk vor allem auf Farbe. Die Toppings sind bunt und stechen sofort ins Auge. Auch die Dekorationen können sich sehen lassen: Nothing fancy, aber schön anzuschauen allemal, und sie verraten dem soon-to-be Vernascher durchaus auch, was sie geschmacklich erwartet. So sind die Himbeer-Cupcakes mit einer rosa Haube bedeckt und mit einer kleinen Himbeere gekrönt. Entsprechend verhält es sich mit den übrigen Sorten. Und wenn mal doch nicht ganz klar ist, um was es sich da genau handelt, verrät es einem entweder der freundliche Verkäufer, oder aber die Beschriftung auf dem Glas.

Preislich gesehen ist das Naschwerk auch gut angesiedelt. Zwar sind die Cupcakes auf der Homepage vom Naschwerk Bremen mit 2,80€ pro Stück ausgezeichnet, bezahlt habe ich letztlich nur 5€ für zwei Stück. Soweit ich den Mann mit den Süßigkeiten verstanden habe, hing der doch im Durchschnitt eher niedrige Preis mit der kleinen Visitenkarte zusammen, den er mir mit den Cupcakes in die Hand drückte. Beschweren werde ich mich darüber bestimmt nicht.

Da Mr.J., der natürlich auch mit dabei war, und ich gleichermaßen auf Schokoladiges stehen, haben wir uns für die gleiche Sorte entschieden: Schoko-Schoko. Beschreibung und Optik waren schonmal so vielversprechend, dass wir uns garnicht anders entscheiden konnten. Für eine umfassendere Erkundung der Backfertigkeit des Naschwerks vielleicht eher ungeeignet, doch unterlag unsere objektive Logik hier eindeutig unserer Schoko-Lust. Immerhin hatten wir dann zwei Eindrücke zu einem Cupcake. Ist ja auch schonmal was.

Zurück zu unserem Versuchsobjekt: Schoko-Schoko.  Die Beschreibung versprach einen Schokoladenteig mit flüssigem Schokokern, einem Schoko-Topping und schokoladiger Dekoration. Danach sahen unsere Schoko-Schokos auch aus. Dunkler Teig, auf dem eine in ihrer Höhe doch beeindruckende Haube aus Schokolade-versprechendem Topping thronte.  Dekoriert waren unsere Cupcakes mit kleinen Schoko-Streuseln, einer flüssigen Schokosauce und einer Schokonuss als krönender Abschluss. Optik: NOM!

Zwar hatten wir die Cupcakes zum Mitnehmen gekauft; meine ungeduldige Ader und der aufkeimende Hunger von Mr.J. führten dann dazu, dass wir uns auf einer Bank niederließen um unserer Schokolust zu frönen. Die erste Feststellung, die wir machen mussten war, dass der Teig so hart und trocken war, dass sich selbst das Papierförmchen nur mit Mühe abziehen ließ. Von einem weichen, fluffigen und saftigen Cupcaketeig kann hier nicht die Rede sein. Bei dem Versuch, den Cupcake zu essen, bröselte die Hälfte des Teiges beiseite. Aus dem Innern floss dann munter die Schokosauce; die war dann aber auch keine Hilfe mehr. Das Topping bestand lediglich aus einer schokoladigen Schlagsahne und hatte nichts von dem schönen, präsenten Topping, für das ich Cupcakes so liebe. Der Geschmack der Sahne war so dezent, dass sie im Grunde nur ihren Eigengeschmack ausbilden konnte, wenn man sie nicht mit dem Teig zusammen gegessen hat. Die Trocknheit des Teiges wiederum sorgte dafür, dass sie Textur der Sahne vor lauter Bröseln im Mund kaum wahrnehmbar war. In diesem Fall handelte es sich, und diesen Eindruck bestätigte Mr.J., um ein trockenes Stück Kuchen mit Schlagsahne.

Leider konnte das Naschwerk meine Erwartungen an einen Cupcake nicht erfüllen. Zwar ist das Feedback auf der Facebook-Seite des Naschwerks durchgehend gut, und vielleicht hatten wir hier einfach Pech und sollten fairerweise noch ein oder zwei weitere Sorten probieren. Die Lust dazu ist mir aber vergangen.

Es ist traurig dass die Hoffnung auf einen schönen Cupcakeladen in Bremen dann doch wieder begraben werden musste und das Naschwerk zumindest nicht für mich Bremens süßeste Versuchung ist.

 

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4 Gedanken zu „Das Naschwerk – Bremens süßeste Versuchung?

  1. Lieber Autor ,
    Ich habe deinen kommentar gelesen und muss sagen das mich das schon berührt hat. Die liebe die hinter den Cupcakes steckt kenne ich nur zu gut und teile dies auch. Das der teig so trocken war tut mir sehr leid mitlerweile habe ich den teig optimiert und der schoko-schoko
    Ist nach Feedback ein suchtmacher. Ich würde dir und Mr.J. einen schoko-schoko ausgeben würde mich sehr freuen wenn ihr auf ein zweites anlauf vorbei kommen würdet einfach an der Kasse aufmerksam machen das sie eingeladen sind.
    Ach ja mittlerweile haben wir einen Laden in der Berliner Freiheit fast am selben platz wo der standt war
    Liebe grüße Naschwerk Küche

    • Liebes Naschwerk Team,

      Erst einmal Glückwunsch zu eurem Laden! Mir ist vor ein paar Tagen schon aufgefallen dass euer Stand nicht mehr da war, da ausser dem Supermarkt alle Läden bereits geschlossen hatten habe ich nicht weiter gesucht. Ich werde gern noch einmal vorbei kommen, euren Schoko-Schoko noch einmal probieren und den Artikel dann auch auf den neusten Stand bringen.

      Viele Grüße und bis Bald! 🙂

      • Liebe Cupcakefee, kennst du schon den Cupcakeladen „White Rabbit“? Vielleicht finden du und Mr. J. dort euer Cupcake-Glück. White Rabbit befindet sich Am Hulsberg 111. Dort bekommst du auch leckere british angehauchte Küchlein.

        Viele Grüße
        INA

      • Halli-Hallo liebe Ina,
        jaaa, das White Rabbit steht auf meiner „Möglichst-Bald-Besuchen“-Liste. Gerade bin ich mit meiner Masterarbeit fertig geworden und habe hoffentlich demnächst die Zeit, auch dem White Rabbit einen ausgiebigen Besuch abzustatten. Das Ergebnis gibts dann natürlich auch hier 😀

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